Planet Dance – Olly rockt

In unserer Ausgabe 12/09 haben wir in den Terminen “rechts der Weser” das Planet Dance mit diversen Veranstaltungstipps angegeben. Das Planet Dance hatte in der Vergangenheit die ein oder andere Auszeichnung erhalten und machte Schlagzeilen für seine professionellen und immer gut besuchten Veranstaltungen. Nachdem es für einige Zeit die Pforten geschlossen hatte, sahen wir uns gezwungen uns umzusehen. War alles noch so wie “früher”?

Hier unser Bericht:
Von weitem sah man die Beleuchtung und die parkenden Autos. Alles schieh wie eh und jeh. Junge Leute kamen uns zufuß entgegen, einige vom Eingang weg, andere zum Eingang hin. Nachdem wir schon fast vor dem Eingang waren, sahen wir den Parkeinweiser. Etwas spät aber es gab ihn noch. Im Eingangsbereich waren eine Menge junger Leute die um Einlass baten, ihn aber nicht alle bekamen. Das Zauberwort bzw. das Zaubermittel heißt “Erziehungsbeauftragung” nach dem Jugendschutzgesetz. Auch wir wurden angesprochen von einem wildfremden, hilflos scheinenden jungen Mann, der rein wollte aber nicht rein kam. Wir verneinten sein Begehr und gingen zum Eingang. Vier in schwarz gekleidete Türsteher diskutierten mit zwei ausländisch aussehenden Jungen, die trotz eines solchen Scheins auch nicht rein durften. Es machte alles einen vielversprechenden Eindruck.

Drinnen angekommen brauchten wir keinen Eintritt bezahlen, da bis 23 Uhr Eintritt frei war. Eine nette Geste kurz vor Weihnachten. Die Garderobe war besetzt, die Mäntelstangen fast leer. Fast leer? Bei all den Autos draußen? Der Eindruck schien tatsächlich zu täuschen. Die “Main-Area”, der Tempel der Musik und größter Raum des Plant-Dance, war nur teilweise gefüllt. Egal wo man hinschaute waren nur junge Leute. Die Altersstruktur sollte sich den ganzen Abend nicht ändern. Bis um Mitternacht waren kaum mehr Leute anwesend, erst danach kam ein steter Zuzug von über 18 jährigen. War das Durchschnittsalter bis Mitternacht max. 17 Jahre, so war es um 2 Uhr evtl. 20-21 Jahre.

Vom Ambiente hat sich im Planet Dance wenig verändert. Leider waren zwei Bereiche gar nicht geöffnet. Der damalige (und evtl. heute noch) Bereich für R&B und die Schunkelbude für Schlagerklänge. Mit großen Erwartungen gingen wir zur Cocktailbar, nachdem an den anderen Theken die ebenso jungen Damen mit den 1 Euro Energydrinks mächtig überfordert waren. Aus dem immer noch edelrot angehauchten Cocktailbereich ist heute leider eine Raucherecke “sponsered by Malibu” geworden. Der Barkeeper der mir eine Caipirinha machte, sollte dies lieber nochmal üben. Evtl. versucht er aber auch nur dem Wortursprung nachzueifern (Caipirinha bedeutet umgangssprachlich auch “Hinterwäldler” auf brasilianisch). Es mag ihm aber im Zuge des Klientels verzieh sein. Die jungen Leute die hier verkehren wollen keinen Budenzauber für 4,00 Euro, wo es doch für das selbe Geld vier Energy-Vodka gibt. Schade trotzdem.

Thema des Abends war “Wir feiern Weihnachten schon heute” mit zwei Weihnachtsbunnys, Weihnachtsmützen und einer Schaumkanone. Silberne Deko sorgte ansatzweise für festliche Stimmung. Was war aus dem alten Planet-Dance geworden? Wir schauten uns weiter um und sahen ein vertrautes Gesicht. Die Toilttendame gab es auch noch. Sogar die gleiche wie früher. Auch der DJ schien uns irgendwie bekannt vorzukommen. Sein Name war Olly. Wenn in dieser Disko jemand wusste was zu machen war, dann waren das die Toilettendame und Olly. Olly hatte die Menge fest im Griff. Musikübergänge stimmten, die Musikauswahl sorgte zu jeder Zeit für eine gut gefüllte Tanzfläche und sein Licht-Jockey kannte jeden Handgriff. Es schien ein eingespieltes Team zu sein. Als ehemaliger DJ (ich war sogar mal Jurymitglied eines DJ-Wettbewerbs) möchte ich meinen Hut ziehen – Olly rockt und riss so manches Defizit durch seine professionelle Arbeit wieder heraus.

Abschließend noch ein Wort zum Thema Essen und Karaoke. Das Angebot an Speisen war an dem Abend eher auf Imbiss-Niveau. Keine hausgemachte Mokturtle wie früher mal. Currywurst und Baguettes schienen die Renner zu sein. Bei drei im Bistrobereich sitzenden zumindest. Da wir kein Essen probiert haben, bleiben wir hier wertneutral. Direkt neben dem Bistro wurde Karaoke angeboten. Eigentlich war es Playstation Sing-Star und das Angebot an Liedern etwas dünn. Auch schien der Techniker wenig motiviert zu sein auf seinem Posten. Als Programmhighlight sollte man diese Art der Unterhaltung beim nächsten Mal lieber nicht ankündigen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, das das Planet-Dance verantwortungsvolle Betreiber hat, die jugendlichen nicht um jeden Preis Einlass gewähren, obwohl dies deren Hauptklientel zu sein scheint. Durch eben dieses Publikums hat sich aber auch das Angebot der vorhandenen Nachfrage angepasst (vermindertes Niveau im Bereich Getränkeangebot, Deokration und Service). Im Gegenzug zu den häufigen Meldungen aus Nordenham und Bremen, wo es durchaus zur einen oder anderen Prügelei drinnen und draussen kam, war hiervon im Planet-Dance nichts zu spüren. Eine kleinere Sache die wir sahen, wurde sofort und mit Hilfe dreier Türsteher moderat und diskret gelöst. Auch hier ein absoluter Pluspunkt, den einige Eltern des jungen Klientels zu schätzen wissen werden. Da ferner die Licht- und Musikanlage, als auch das DJ-Team weiterhin auf höchsten Niveau arbeiten und das vorhandene Publikum begeistern konnten, kann und muss unsere Empfehlung weiterhin aufrecht erhalten werden. Das Planet Dance ist und bleibt, trotz obiger Beobachtungen, einen Besuch wert, speziell für junge Partygänger unter 25 Jahren.

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